Mi. Mai 25th, 2022

Eine gute digitale Verwaltung ist die Visitenkarte einer Smart City, meint die Initiative Bitkom e.V., die sich1999 gründete und die heute als 2.000 Mitgliedsunternehmen vetritt – darunter rund 1.000 leistungsstarke KMUs, über 500 innovative Tech-Startups, nahezu die Hälfte der 40 DAX-Unternehmen und viele weitere Global Player. Übergeordnetes Ziel des Bitkom ist es, Deutschland zu einem führenden Digitalstandort zu machen, die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft und Verwaltung voranzutreiben, digitale Souveränität zu stärken und eine breite gesellschaftliche Teilhabe an den digitalen Entwicklungen zu erreichen. Nun hat man wieder ein Rankiung deutscher Großstädte durchgeführt um zu ermitteln, welche Stadt die beste digitale Verwaltung hat.

Schaut man sich nur die beirden Metropolen Hamburg und Berlin an, so könnte der Unterschied bezüglich einer funktionierenden digitalen Verwaltung nicht größer sei. Während im „royaume du faux pas“ (also dem „Königreich der Fauxpas“, wie Verwaltungsexperte Rainer W. Sauer die Bundeshauptstadt schon vor geraumer Zeit getauft hat) in Bürgerämtern meist über Wochen hinweg keine Termine zu bekommen sind, bietet die Elb-Stadtverwaltung häufig online schon für die nächsten Tage ein Zeitfenster für einen Behördengang an. Kein Wunder: Hamburg ist im aktuellen Smart City Index des Digitalverbands Bitkom erneut zum Sieger gekürt worden; Berlin dagegen rutschte zwei Plätze ab auf Rang neun.

Betrachtet man sich nur die digitale Verwaltung, schneiden sogar einige Städte in Deutschland noch besser ab als die Hansestadt. ür den aktuellen Bitkom Smart City Index wurden alle 81 deutschen Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern untersucht, wobei knapp 11.000 Datenpunkte erfasst, überprüft und quantifiziert werden mussten. Untersucht wurde die Digitalisierung anhand von fünf Themenbereichen: A) IT und Kommunikation: z.B. Breitband, Mobilfunk, öffentliches WLAN /// B) Energie und Umwelt (z.B. Anteil der E-Autos, Ladestationen, Solaranlagen) /// C) Verwaltung: z.B. Online-Terminvergabe und -Dienstleistungen, Kartenzahlung, eAkte /// D) Gesellschaft: z.B. Start-up-Hubs, Informatiker-Verbände, Coworking-Spaces /// E) Mobilität: z.B. Sharing-Angebote (Autos, Roller, Fahrräder), ÖPNV-Handytickets, intelligente Ampeln

Diese Städte bieten laut Bitkom die beste digitale Verwaltung:

Platz 10 = Osnabrück /// Nur zwei der zehn Großstädte mit der besten digitalen Verwaltung haben sich 2021 in dieser Kategorie verschlechtert. Der Absteiger war in dieser Hinsicht Osnabrück. Es fiel mit 75,6 Punkten um acht Plätze auf Rang zehn. Im Gesamt-Ranking kam die Stadt auf Platz 15 (minus sieben Plätze).

Platz 9 = Freiburg /// Die Stadt im Breisgau verbesserte sich hingegen um 16 Ränge auf Platz neun. Das war aber nur der drittgrößte Zuwachs in diesen Top 10. Bitkom vergab für die digitale Verwaltung 75,6 Punkte. Freiburg im Breisgau schnitt damit auf Platz neun einen Rang besser als im Gesamt-Ranking ab.

Platz 8 = Bochum /// Bochums digitale Verwaltung war im Smart City Index 2020 noch auf Platz 32 gelandet. Ein Jahr später verbesserte sich die Großstadt aus Nordrhein-Westfalen um 24 Plätze und war damit unter den Aufsteigern der Top 10 die Nummer zwei (75,9 Punkte). Im Gesamt-Ranking konnte sich Bochum um immerhin noch elf Plätze auf Rang sieben steigern.

Platz 7 = Hamburg /// Die Hansestadt wurde von Bitkom 2021 erneut zur Smart City Deutschlands gekürt. Bei der Verwaltung musste sich die Hansestadt aber mit Platz sieben (76,5 Punkte) zufrieden geben. Sie schnitt damit allerdings sechs Plätze ab als im Vorjahr.

Platz 6 = Köln /// Auch in Deutschlands Smart City Nummer zwei, Köln, ist die Verwaltung ein Schwachpunkt. Bitkom vergab 75,7 Punkte, was in dieser Kategorie Platz sechs bedeutete. Aber auch Köln konnte nachbessern. 2020 hatte die Metropole noch auf Rang 17 gelegen.

Platz 5 = Bonn /// Die ehemalige Bundeshauptstadt war einer der beiden Absteiger in den Top 10. Die NRW-Großstadt fiel mit 77,2 Punkten einen Platz auf Rang fünf. Die digitale Verwaltung erwies sich damit aber weiterhin als Stärke. Im Gesamt-Ranking reichte es für Bonn nur für Platz zwölf.

Platz 4 = Heidelberg /// Die Traditionsstadt am Neckar steigerte sich 2021 im Wettstreit der digitalen Verwaltungen vom zehnten auf den sechsten Platz. 77,9 Punkte waren denn auch der Einzelbestwert für die Stadt, die im Gesamt-Ranking nur Platz 18 belegte.

Platz 3 = Nürnberg /// Die Verwaltung der zweitgrößten Stadt Bayerns hat während der Pandemie einen Schub sondergleichen erlebt. Bitkom hatte die mittelfränkische Metropole 2020 in dieser Kategorie noch auf Platz 58 eingereiht. Ein Jahr später rangierte Nürnberg bereits auf Platz drei (78,4 Punkte). Dieser Höhenflug half im Gesamtvergleich zum Anstieg um 13 Plätze auf Rang 16.

Platz 2 = Mannheim /// Zweifellos kann man die Verwaltung der 310.000-Einwohner-Stadt ohne Frage als das Aushängeschild der Digitalstrategie Mannheims bezeichnen. In keiner Kategorie kam die Stadt auch nur annähernd an die 78,9 Punkte für die Verwaltung heran. Mannheim kletterte hier fünf Plätze nach oben auf den bundesweit zweiten Rang. Im Gesamt-Ranking kam die Stadt aus Baden-Württemberg lediglich auf Platz 23.

Platz 1 = Stuttgart /// Fünf Plätze nach oben ging es im Smart City Index 2021 für die digitale Verwaltung von Stuttgart. 80,1 Punkte waren hier ebenfalls die stärkste Einzelkategorie der Großstadt, die am Ende im bundesweiten Vergleich Platz acht belegte.

Geschrieben von MitNordGeht’sVoran und © 2022 für die Initiative VERWALTUNGSNETZWERK DEUTSCHLAND | www.verwaltungsnetzwerk.info