Mi. Mai 25th, 2022

Die Stadt Bocholt hatte 2014 das Gebäude der heutigen als „Glaspalast“ bekannten Verwaltungsnebenstelle an der Kaiser-Wilhelm-Straße für knapp 3,5 Mio. Euro erworben. Schon damals sei bekannt gewesen, dass es in dem heute u.a. für das Jugendamt genutzten Gebäude diverse Brandschutzmängel gibt, wie Bocholts Stadtbaurat vor Kurzem im Ausschuss für Gebäudewirtschaft bekannt gegeben hatte. Bereits vor acht Jahren seien entsprechende Rückstellungen zur Behebung der Mängel gebildet worden, denn es lag kein Brandschutzkonzept vor. Indes wäre bis heute nichts unternommen worden, um die Brandschutzmängel zu beheben, so der Stadtbaurat. Die politisch Verantwortlichen der kreisangehörigen Stadt im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen wiesen jedoch umgehend jede Schuld von sich, denn man habe von diesen Begleitumständen des Erwerbs nichts gewusst, wie Ausschussvorsitzender Dyhringer (CDU) mitteilte.

Laut CDU-Bürgermeister Thomas Kerkhoff befand sich das Gebäude schon 2014 in einem Zustand, in dem die tatsächliche Nutzung und die baurechtliche Genehmigung nicht übereinpassten. Jedoch finde sich in den Sitzungsunterlagen von damals nichts über diesem Umstand, wie Stadtbaurat Zöhler eingestand. Lediglich im Haushaltsplan sei ein Hinweis auf eine 170.000 Euro teure, notwendige Ertüchtigung des Gebäudes zu finden, ergänzte er. Aus dieser Summe seien bis heute fast 1,3 Mio. Euro geworden, da sich die Sprinkleranlage inzwischen nicht mehr instandsetzen lasse und komplett erneuert werden müsse. Zudem müsse ein neuer Wasser-Tankraum geschaffen, die Brandmeldeanlage erweitert und saniert sowie eine Blitzschutzanlage installiert werden.

Im günstigsten Fall müsse man rund 900.000 Euro investieren, rechnete Bocholts Bürgermeister vor und verwies darauf, dass der Stadt im Gurnde überhaupt kein Schaden entstehe oder entstanden sei. Denn der Wert der Immobilie sei schon 2014 gutachterlich auf 5 Mio. Euro geschätzt worden. Selbst inklusive der jetzigen Mittel für die Instandsetzung liege man noch unter dem geschätzten Wert, so Kerkhoff. Sowohl der Ausschuss für Gebäudewirtschaft als auch der für Finanzen gaben die Mittel inzwischen einstimmig frei.

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