So. Sep 25th, 2022

Die Zahl der MitarbeiterInnen von Nahverkehrsgesellschaften, die derzeit wegen der Corona-Welle mit der hochansteckenden Omikron-Variante für den Busbetrieb fehlen, hat stark zugenommen – mit weitreichenden Konsequenzen beispielsweise für den Schulbusverkehr. Wenn dazu noch, wie aktuell im Saale-Holzland-Kreis in Thüringen geschehen, Betriebsangehörige mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gehen, in welchem das betreffende Nahverkehrsunternehmen wegen nicht konsequent eingehaltener Corona-Schutzmaßnahmen selbst für die Personalausfälle verantwortlich gemacht wird, werden die Unternehmen gleich von zwei Seiten her in die Verantwortung genommen.

Im konkreten Fall verweist der besorgte Beschäftigte auf eine Empfehlung der Berufsgenossenschaft Verkehr zum Infektionsschutz in Busunternehmen, wonach das Absperren der ersten Sitzreihe hinter dem Busfahrer Pflicht sei, was versäumt worden sei. Auch wird angemahnt, dass das Durchsetzen der im Nahverkehr für die Fahrgäste geltenden 3G-Regel für alleine agierende Busfahrer während der Fahrt kaum möglich sei, heißt es in dem Brief, der dem VND vorliegt.

Zahlen/Daten/Fakten – sprich: Belege – für seine Thesen liefert der Briefschreiber indes nicht, stellt dafür aber ganzvoffen die Frage, ob das Infektionsgeschehen in seinem Busunternehmen nicht eventuell hausgemacht sei. „Kein Kommentar“ heißt es dazu unisono aus dem Landratsamt, von Seiten der Geschäftsführung und dem zuständigen Betriebsrat. Fakt ist aber: In immer mehr Regionen Deutschlands werden Eltern derzeit aufgefordert, ihre Kinder selbst zur Schule zu bringen, weil das zum Betreib der Schulbuslinien notwenige Personal erkrankt oder in Quarantäne ist. Dies gilt neben dem Saale-Holzland-Kreis beispielsweise auch für den Kreis Paderborn in Nordrhein-Westfalen oder Rinteln in Niedersachsen.

Das Westfalen-Blatt, eine regionale Tageszeitung mit Hauptsitz in Bielefeld, kontaktierte diese Woche mehr als 20 Schulen und 25 Kitas, um sich ein Bild von der Omikron-Situation zu machen Alle kontaktierten Einrichtungen hätten bestätigt, dass die Corona-bedingten Ausfallzahlen kontinuierlich anstiegen – vielerorts sei von einer rasanten Zunahme die Rede, meldete die Zeitung. So gebe es Schulen, in denen sich sechs Klassen parallel in Quarantäne befinden und in Grundschulen würden in einigen Klassen nur noch die Hälfte der SchülerInnen zum Unterricht erschienen. Auch in manchen Kita-Gruppen der Region seien 50 Prozent der Kinder infiziert plus Erzieher, so das Westfalen-Blatt weiter. Und der hr berichtete dieser Tage davon, in vielen hessischen Schulklassen sei mindestens ein Drittel der Kinder in Quarantäne, die meisten von ihnen selbst erkrankt. Hybridunterricht finde dort nicht statt, denn gleichzeitig Distanz- und Präsenzunterricht zu machen – das funktioniere nicht.

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