Mi. Dez 7th, 2022

Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in Auftrag gegebene Studie „Kommunale Herausforderungen digital meistern“ lobt Jena als eine von drei Städten als Vorreiterin bei der Erhebung, Nutzung und Bereitstellung offener Daten – sogenannter Open Data. Sie dienen u.a. der Verbesserung kommunaler Dienstleistungen und der Transparenz kommunaler Prozesse.

Seit 2015 lässt das Bundeswirtschaftsministerium alle zwei Jahre den Digitalisierungsstand deutscher Kommunen abfragen. Inzwischen wurde die vierte Ausgabe der Studienreihe veröffentlicht, die von der Geschäftsstelle „Stadt.Land.Digital“ betreut wird und umfassendes Zahlenmaterial zum Digitalisierungsgrad der Kommunen liefert. Die Ergebnisse zeigen Fortschritte, aber auch Herausforderungen auf dem Weg zur Smart City.

Die Stadt Jena stellt offene Daten auf einer eigenen Plattform bereit: https://opendata.jena.de/ Hier können Datensätze mittels Schlagworten durchsucht und/oder Daten zu bestimmten Kategorien eingesehen werden. Darunter z.B. Daten zur Bevölkerung, Bildung, Mobilität oder Wirtschaft und Arbeit.

„[…] bei offenen Daten oder urbanen Plattformen fehle oft das Geld oder das Personal, um diese Themen voranzutreiben. Hinzu kommen Sicherheitsbedenken in diesem Bereich. Nur eine von zehn Kommunen erhebt überhaupt offene Daten oder stellt diese zur Verfügung, damit sie weiterverwendet werden können, so das Ergebnis der Studie. Als Open-Data-Vorreiter werden die Städte Moers, Münster oder Jena genannt“, berichtet exklusiv Tagesspiegel Background „Smart City & Verwaltung“.

Wesentlich zu dieser Vorreiterrolle beigetragen hat nicht nur die Open Data-Plattform, sondern auch die Webseite SmartFLOSS, die eine Übersicht der Open Source-Entwicklungsprojekte für Smart Cities liefert: www.smartfloss.de. Mit dieser Möglichkeit zur Vernetzung soll die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen gestärkt und Austausch und Beteiligung zu den Projekten ermöglicht werden. Die Webseite wurde von Martin Berger, Kämmerer der Stadt Jena und Teilprojektleiter des Handlungsfelds „Digitale Infrastruktur und Datenpolitik“, im Rahmen des Smart City Projekts initialisiert und entwickelt.

Ein zentraler Erfolgsfaktor für die kommunale Digitalisierung ist laut Umfrage auch die Position des Chief Digital Officer (CDO) beziehungsweise der Digitalisierungsbeauftragten. In etwa einem Drittel der deutschen Kommunen gibt es bereits solche Positionen – so auch in Jena. Manuela Meyer, CDO und Gesamtprojektleiterin Smart City Jena, freut sich über das Ergebnis der Kommunalstudie: „Es ist für uns ein Ansporn, unsere Projektideen und Maßnahmen in den kommenden Jahren Schritt für Schritt umzusetzen – und so die analoge Welt um viele spannende digitale Dienstleistungen und Daten zu ergänzen.“

Der für Digitalisierung zuständige Dezernent, Benjamin Koppe, sagt in diesem Zusammenhang: „Der zentrale Schwerpunkt unserer Smart City-Startegie ist es, Wissen aus Daten zu generieren. Mit den gewonnenen Erkenntnissen wird es möglich sein, noch bessere strategische Ableitungen für ein lebenswertes Jena zu treffen. Wir freuen uns sehr über die Anerkennung und öffentliche Wahrnehmung. Dank der Bundesförderung „Modellprojekte Smart Cities“ haben wir in den nächsten Jahren auch die erforderlichen Mittel, um die Open Data-Plattform weiterzuentwickeln und nutzerfreundlich zu gestalten.“ Allerdings bleibe es nach Koppe ein wichtiger Auftrag, das habe die Phase der Bürgerbeteiligung in den zurückliegenden vier Monaten gezeigt, möglichst vielen Menschen in Jena das Potenzial von frei zugänglichen Daten, die online verfügbar sind, näher zu bringen.

Ein Text von Stefanie Braune, Leiterin Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Jena