Mo. Jan 17th, 2022

Zur wirtschaftlichen Lage der Deutschen Krankenhäuser und Kliniken – privat geführt wie in Betreibung der öffentlichen Hand – äußerte sich dieser Tage Gerald Gaß als Chef der Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Die Lage sei so schlecht wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr, erklärte er. Entsprechend des aktuellen Krankenhaus-Barometers des Deutschen Krankenhausinstituts rechnen etwa 60 Prozent der Kliniken für 2021 mit Verlusten. Allgemein sei die Lage sehr angespannt, sagte Gaß. Zwar sei die Corona-Pandemie einer der entscheidenden Faktoren, doch auch beim Personal gebe seinen Worten nach große Probleme.

Eine so angespannte Lage habe es, seinen Worten nach, seit der erstmaligen Erhebung des Krankenhausbarometers im Jahr 2000 noch nicht gegeben. So könnte sich der Anteil der Einrichtungen, die Verluste erwirtschafteten, gegenüber dem ersten Corona-Jahr 2020 sogar verdoppeln, berichtete der DKG-Chef. Hinzu komme, dass nur ein Viertel bis ein Fünftel der Kliniken im kommenden Jahr eine Verbesserung gegenüber 2021 erwarten würden. Als vielleicht wichtigsten Grund für die besorgniserregende Entwicklung nannte das Deutsche Krankenhausinstitut die geringere Auslastung während der Corona-Pandemie, wegen der schon fast flächendeckend geplante und planbare Operationen verschoben werden müssten. Zudem würden viele Menschen aus Sorge vor Infektionen von sich aus Arztkonsultationen vermeiden.

Besorgt zeigte sich die Krankenhausgesellschaft außerdem wegen des Personalmangels in den Kliniken, denn in ganz Deutschland fehlen laut dem Krankenhaus-Barometer MitarbeiterInnen. Vier von fünf Kliniken haben demnach Probleme, offene Pflegestellen auf den Allgemein- wie Intensivstationen zu besetzen. Derzeit seien bundesweit mehr als 22.000 Pflegestellen nicht besetzt, wobei nach den Worten von Gerald Gaß die Zukunftsprognose zu den Stellenbesetzungen „düster“ sei.

Geschrieben und © 2021 für die Initiative VERWALTUNGSNETZWERK DEUTSCHLAND | www.verwaltungsnetzwerk.info

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